Wandlitz (DMK) – Anfang Juli 2026 fand in Wandlitz die diesjährige Pflanzenschutztagung des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK) statt. Die Fachveranstaltung wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung des Landes Brandenburg (LELF) ausgerichtet. Unter der Leitung von Frau Dr. Sabine Andert, der Vorsitzenden der AG Pflanzenschutz im DMK, bot die Tagung eine Plattform für den intensiven Austausch zwischen Wissenschaft, Beratung, Industrie und landwirtschaftlicher Praxis. Im Vordergrund standen dabei aktuelle Herausforderungen und innovative Lösungsansätze im Maisanbau.
Versuchsbesichtigung und Feldbegehung
Zum Auftakt der Tagung stand eine umfassende Versuchsbesichtigung auf dem Programm. Die Exkursion führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Versuchsflächen der SAG Schorfheider Agrar-GmbH. Der gastgebende, vollmechanisierte Betrieb bewirtschaftet rund 2.500 ha heterogene, sandige Böden und kombiniert Ackerbau mit einer ganzjährigen Mutterkuhhaltung. Neben Herbizidversuchen und Sortendemonstrationen standen auf dem Versuchsfeld Biostimulanzien sowie innovative Verfahren zur Vogelvergrämung im Fokus.
Fach- und Vortragstagung
Am zweiten Tag widmeten sich die Vortragenden nach der Eröffnung durch Frau. Dr. Andert (Julius Kühn-Institut) und den offiziellen Grußworten der LELF-Präsidentin Frau Dr. Paul-Pollack den drängendsten Fragestellungen rund um den Pflanzenschutz im Mais. Den inhaltlichen Auftakt machten regionale Analysen des LELF Brandenburg: Stefania Kupfer berichtete über das aktuelle lokale Schaderregerauftreten im Mais, gefolgt von Christine Tümmler, die aktuelle Versuchsergebnisse zur chemischen und mechanischen Unkrautregulierung vorstellte. Michael Lenz (Pflanzenschutzdienst Hessen, RP Gießen) gab fundierte Einblicke in das epidemische Auftreten der Schilf-Glasflügelzikade und die damit assoziierten Erreger Arsenophonus und Stolbur im Mais. Demnach kann das Insekt Mais infizieren, bisher sei das Auftreten jedoch auf Einzelpflanzen im Bestand beschränkt. Prof. em. Bärbel Gerowitt (Universität Rostock) befasste sich mit der Einschleppung, internationalen Ausbreitung und den biologischen Anpassungen des Erdmandelgrases (Cyperus esculentus). Sie zeigte auf, wie sich das invasive Gras in Europa, von einzelnen Funden, zu einem großen Problemunkraut entwickelte. Im weiteren Verlauf stellten Vertreterinnen und Vertreter diverser Industrieunternehmen neue praxisreife Lösungen im Pflanzenschutz vor. Das Spektrum reichte hier von der Ungräser- und Unkrautbekämpfung über biologische Vogelrepellents bis hin zu einer neuen Lösungsstrategie gegen den Westlichen Maiswurzelbohrer.
Fazit und Ausblick
Die DMK-Pflanzenschutztagung 2026 verdeutlichte eindrucksvoll, dass der moderne Ackerbau vor einem tiefgreifenden Transformationsprozess steht. Der zunehmende Druck durch Schaderreger wie dem Westlichen Maiswurzelbohrer oder der Schilf-Glasflügelzikade erfordert in Kombination mit Wirkstoffrestriktionen ein Umdenken. Die vorgestellten Innovationen – von digitaler Präzisionstechnik bei der Aussaat über biologische Repellents und bis hin zu optimierten Zwischenfruchtsystemen – zeigen, dass die Branche intensiv an resilienten, integrierten Pflanzenschutzsystemen für die Zukunft arbeitet.
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